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PFAS – Belastungen auf dem ehemaligen Flugplatz Wegberg-Wildenrath und in Baugebieten

Beschreibung

Aufgrund von Auffälligkeiten des Grundwassers im Bereich des NATO-Flugplatzes Teveren im Kreis Heinsberg wurden im Rahmen der behördlichen Ermittlungspflicht auch Untersuchungen im Umkreis des ehemaligen Militärflugplatzes in Wegberg-Wildenrath durchgeführt. Wie befürchtet, wurden grenzwertüberschreitende Belastungen mit PFAS (englische Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) im Grundwasser, insbesondere in den Ortslagen Wildenrath, Klinkum und Petersholz, festgestellt.

Das Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz in den betroffenen Gebieten kann weiterhin bedenkenlos genutzt werden, da dies aus tieferen Schichten gefördert wird.

Die Britische Royal Air Force hat in den Jahren 1952 bis 1992 den Standort in Wegberg-Wildenrath als Militärflughafen mit Unterkünften, sozialer und technischer Infrastruktur (z.B. Werkstätten, Tanklager, Shelter usw.) betrieben. Nach der Aufgabe der militärischen Nutzung wurde das Gelände in ein Gewerbe- und Industriegebiet umgewandelt. Dabei sind umfangreiche Untersuchungen und Sanierungen in Bezug auf Kerosin- und Kohlenwasserstoffbelastungen erfolgt.

Da sich im Jahr 2021 Indizien ergeben hatten, dass durch die ehemalige Nutzung von PFAS-Löschschäumen auf dem Militärflugplatz eventuelle Grundwasserbeeinträchtigungen durch PFAS vorhanden sein könnten, hat der Kreis Heinsberg als Untere Umweltbehörde im Rahmen der Vorsorge (Amtsermittlung) im Jahr 2021 damit begonnen umfangreichende Untersuchungen des Grundwassers im Bereich des ehemaligen Militärflughafens Wegberg-Wildenrath durchzuführen, die bis heute andauern.

Ursache für Grundwasserbelastungen sind mutmaßlich Feuerlöschschäume, die in der Vergangenheit auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens eingesetzt wurden und sich seither im Boden und Grundwasser angereichert haben. Aufgrund der schwierigen hydrogeologischen Situation und der geringen Erkenntnislage in diesem Bereich sind detaillierte Aussagen derzeit noch nicht möglich, sodass weitere Beprobungen des Grundwassers bzw. Oberbodens erforderlich sind.

Aufgrund der genannten Indizienlage hat der Kreis Heinsberg der Stadt Wegberg empfohlen, im Zuge der geplanten Erschließung eines Baugebietes Bodenuntersuchungen zu veranlassen. Die Stadt Wegberg veranlasste vorsorglich auch Untersuchungen in weiteren durch die Stadt vermarkteten Neubaugebieten. 

Zwischenzeitlich liegen die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen vor, die teilweise diffuse PFAS-Belastungen zeigen.

Zurzeit werden weitere Erkundungsbohrungen auf dem ehemaligen Militärflughafen und Bodenuntersuchungen auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen durch den Kreis durchgeführt.

Weitere konkrete Erkenntnisse über belastete Böden im Stadtgebiet Wegberg liegen der unteren Bodenschutzbehörde derzeit nicht vor.

Der Kreis Heinsberg befindet sich mit den Fachbehörden des Landes Nordrhein-Westfalen in engem Austausch, um das Ausmaß der Belastungen im Boden und Grundwasser zu ermitteln.

Es wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass zukünftig mit einschränkenden Maßnahmen insbesondere im Hinblick auf die Nutzung des ungefilterten Grundwassers, z. B. zu privaten oder landwirtschaftlichen Beregnungszwecken, gerechnet werden muss.

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